Deutschsprachige Schriftsteller
Uhland, Friedrich Ludwig

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Biographie:

Friedrich Ludwig Uhland, * 26.04.1787 Tübingen, † 13.11.1862 in Tübingen, war deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist und Politiker der Romantik:

Schon während des Jura- und Sprachstudiums in seiner Heimatstadt 1802-1808 beschäftigt er sich in einem Kreis Gleichgesinnter mit «altdeutscher» Literatur und Volkspoesie. Gemeinsam mit K. Maier und J. Kerner stellt Uhland noch während seiner Studienzeit dem Morgenblatt für gebildete Stände ein handschriftliches "Sonntagsblatt für ungebildete Stände" entgegen. Ein Aufenthalt in Paris nach seiner juristischen Promotion gibt ihm 1810 Gelegenheit zu intensiven Studien der altfranzösischen Epik. Von 1810-1814 ist er als Sekretär im Justizministerium beschäftigt; Staatsbeamter konnte er aber nicht werden, da er es ablehnte, dem König, der 1805 widerrechtlich den Landtag aufgelöst hatte, den Eid zu schwören. 1814 läßt er sich als Rechtsanwalt in Stuttgart nieder. Er greift aktiv in den württembergischen Verfassungsstreit ein und wird 1819 freisinniger Abgeordneter im württembergischen Landtag. 1820 heiratete Ludwig Uhland Emilie Vischer ( 1799 - 1881 ), Tochter einer gut situierten Kaufmannsfamilie aus Calw. 1829 erhält er eine Professur für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Tübingen. Diese legt er nach Auseinandersetzungen mit der Regierung 1833 nieder. 1848 sitzt er als Konstitutionalist auf der Linken der Frankfurter Nationalversammlung und setzt sich 1849 öffentlich für die von Erschießung bedrohten badischen Revolutionäre ein. Den preussischen Orden «Pour-le-mérite», den ihm 1853 Alexander von Humboldt anträgt, und den bayrischen Maximiliansorden lehnt er mit dem Hinweis auf die Opfer staatlicher Repression ab. Er stirbt 1862 in Tübingen. Nach seinem Tod wird der unerschrockene Demokrat mehr und mehr von chauvinistischen Kreisen vereinnahmt und diskreditiert.

Bekannt wurde F. L. Uhland vor allem durch seine Balladen und die Verarbeitung von historischen Ereignissen und Sagenstoffen. So ist zum Beispiel seine Schwäbische Kunde in die Ereignisse der Kreuzzüge eingebunden ( " Als Kaiser Rotbart lobesam / zum Heil'gen Land gezogen kam..." und "Zur Rechten sah man wie zur Linken / einen halben Türken niedersinken" ). Seine Gedichte wurden schon zu Lebzeiten Uhlands von großen Komponisten vertont, mit am bekanntesten bis heute wohl "Ich hatt' einen Kameraden...". Als Dichter war er außerordentlich erfolgreich. Seine Werke erreichten bis 1875 stattliche 60 Auflagen, das entsprach 200 000 Exemplaren. Zusammen mit Heinrich Heine gehörte er zu den populärsten Dichtern seiner Zeit. Im Rahmen der Germanistik fand Uhland mit seinem Werk über den mittelalterlichen Minnesänger Walther von der Vogelweide große Beachtung. Ebenso bekannt ist seine Sammlung von hoch- und niederdeutschen Volksliedern. Die Uhlandforschung beschreibt den Dichter als außerordentlich schweigsamen Menschen, der wenig Wert auf sein Äußeres legte. Bemerkenswert sei auch seine große Ordnungsliebe und seine schon fast spartanisch zu nennende Lebensart gewesen. Er unterschied sich da sehr von seinem Freund Justinus Kerner, der als sehr humorvoll, munter und kontaktfreudig beschrieben wird. Kerner war es wohl auch zu danken, dass sich um diese beiden Größen der schwäbischen Romantik ein ganzer Dichterkreis bildete. Neben ihm gehörten zu Uhlands Freunden Schwab, Hebel, Jean Paul, Hoffmann von Fallersleben, Mörike, die Gebrüder Grimm und Annette von Droste-Hülshoff, die ein weites Stück ihres Lebens in Meersburg am nahen Bodensee verbrachte, wo sie auch verstarb. Auch äußerlich war Uhland wohl eher unattraktiv, denn Adalbert von Chamisso beschreibt ihn folgendermaßen: " Er ist klein, unscheinbar, dickrindig und schier klötzig."

Seine Werke:

Über objektive und subjektive Dichtung (1806)
Über das Romantische (1807)
Fragmente über Poesie (1807)
Das Wesen der Poesie (1807)
Hermann von Sachsenheim (Romanfragment, 1808)
1. Nachtblatt (Prosa, 1808)
2. Nachtblatt (Prosa, 1809)
Die Bärenritter (Singspiel, 1809/13)
Über das altfranzösische Epos (1812)
Normännischer Brauch (Dramatische Dichtung, 1814/15)
Gedichte (1815 und öfter)
Fortunat und seine Söhne (Versepisches Fragment, 1815/16)
Vaterländische Gedichte (1816 und öfter)
Über die Aufgabe einer Gesellschaft für deutsche Sprache (1817)
Keine Adelskammer! (Flugblatt, 1817)
Herzog Ernst von Schwaben (Drama, 1818)
Ludwig der Bayer (Drama, 1819)
Tagebuch 1810 bis 1820 (posthum 1898)
Walther von der Vogelweide (1822)
Stilistikum (Vorlesungsmaterialien, 1829/32)
Über die Sage von Herzog Ernst (Antrittsvorlesung, 1832)
Der Mythos von Thor (1836)
Alte hoch- und niederdeutsche Volkslieder (1844-45)
Rede gegen das Erbkaisertum (1849)
Die Deutsche Nationalversammlung an das deutsche Volk (1849)
Das Standrecht in Baden (1849)
Trinkspruch zur Jahrhundertfeier von Schillers Geburtstag (1859)
Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage (posthum 1865-73)

(Quellen: " Microsoft Encarta Enzyklopädie PLUS 2001", "Uhland von A bis Z" von Karin de la Roi-Frey, DRW-Verlag, Leinfelden Echterdingen 1998 und "www.schwarzaufweiss.de/Schwarzwald/Uhland.htm";BIBLIOTHECAAUGUSTANA; Projekt Gutenberg; Autot und Redaktion Gerd Gross)
Bibliographie:

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Ehrungen und Auszeichnungen:

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Sekundärliteratur

Armin Gebhardt: Schwäbischer Dichterkreis. Uhland, Kerner, Schwab, Hauff, Mörike. Marburg: Tectum. 2004. ISBN 3-8288-8687-6

(© 01.01.2007 Autor und Redaktion Gerd Gross) (letzte Änderung 01.01.2007)
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