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Karl
May
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Biographie:
Karl
May, Pseudonym Karl Hohenthal u. a., eigentlich Carl Friedrich
May; * Ernstthal (heute zu Hohenstein-Ernstthal) 25. 02. 1842,
Radebeul 30. 03. 1912, war ein deutscher Schriftsteller;
wuchs als fünftes von 14 Kindern eines erzgebirgischen Webers
in ärmlichsten Verhältnissen auf, war bis zum fünften Lebensjahr
blind; wurde Lehrer, musste jedoch wegen verschiedener, teils
aus finanzieller Not, teils aus Geltungsdrang begangener Delikte
zwischen 1862 und 1874 mehrere Freiheitsstrafen (insgesamt sieben
Jahre) verbüßen.
1875-77 war er Redakteur in Dresden, dann freier Schriftsteller.
Schrieb zunächst v. a. erzgebirgische Dorfgeschichten, Humoresken
und (pseudonym) fünf Kolportageromane (u. a. "Das Waldröschen",
1882-84; "Der verlorene Sohn", 1884-86), dann zunehmend
abenteuerliche Reiseerzählungen, deren Buchausgaben (in größerem
Umfang ab 1892) ihn bald zu einem der bis heute meistgelesenen
deutschen Schriftsteller machten (Gesamtauflage über 80 Mio.
Bände).
Schauplätze dieser durch das exotische Kolorit, die glänzende
Erzählbegabung und die Fantasie des Autors fesselnden
Romane, die immer mit dem Sieg
des Guten enden, sind v. a. der Wilde Westen Nordamerikas und
der Vordere Orient; an die Schauplätze sind die handelnden Personen
gebunden: im Wilden Westen Old Shatterhand als Erzähler und
der edle Indianerhäuptling Winnetou, im Orient Kara Ben Nemsi
als Erzähler und sein Diener Hadschi Halef Omar. Die erzieherische
Moral dieser v. a. dem jugendlichen Bedürfnis nach Freiheit
und 'großem Leben' entgegenkommenden Romane bewegt sich auf
dem Boden einer christlichen Weltanschauung, die sowohl durch
ihre gründerzeitliche Prägung wie auch durch Mays Eintreten
für unterdrückte Völker (besonders die Indianer) gekennzeichnet
ist.
Erst nach der Veröffentlichung dieser Werke (bis 1899 mehr als
30 Bände) hat May den Orient (1899/1900) und Amerika (1908)
besucht; frühere außereuropäische Reisen, die lange Zeit vermutet
wurden, gelten heute als ausgeschlossen. Das Spätwerk Mays "Im
Reiche des silbernen Löwen", Band 3 und 4, 1902-03; "Und
Friede auf Erden!", 1904; "Ardistan und Dschinnistan",
2 Bände, 1909) fand in den letzten Jahren zunehmende Beachtung;
es handelt sich dabei um vielschichtige, auch formal wesentlich
ausgereiftere, dem Surrealismus nahe stehende Symbolromane von
pazifistischer Tendenz. May schrieb neben einem Drama
("Babel und Bibel", 1906) auch geistliche Gedichte
("Himmelsgedanken", 1900); autobiographisch ist "Mein
Leben und Streben" (1910).
Die außergewöhnliche Breitenwirkung und Faszinationskraft der
in über 25 Sprachen übersetzten Werke Mays sind auch in der
Gegenwart ungebrochen; zahlreiche Romane wurden verfilmt oder
sind Gegenstand von Karl-May-Festspielen.
Weitere Werke:
Durch die Wüste (1892; mit fünf Folgebänden: Durchs wilde Kurdistan,
Von Bagdad nach Stambul, In den Schluchten des Balkan, Durch
das Land der Skipetaren, Der Schut; alle 1892);
Winnetou, 4 Bände (1893-1910);
Der Schatz im Silbersee (1894);
Old Surehand, 3 Bände (1894-96);
Im Lande des Mahdi, 3 Bände (1896);
Satan und Ischariot, 3 Bände (1897);
Am Jenseits (1899).
Ausgaben:
Mein Leben und Streben (1910; Nachdruck bearbeitet von H. Plaul
1975);
Gesammelte Werke, herausgegeben von Euchar A. Schmid, 65 Bände
(1913-39);
Gesammelte Werke, herausgegeben von demselben und anderen, 74
Bände (1961-85);
K. Mays Werke. Historisch-kritische Ausgabe, herausgegeben von
H. Wollschläger und anderen, auf 99 Bände berechnet (1987 folgende).
(Quelle: Brockhaus - Die Enzyklopädie: in
24 Bänden. 20., neu bearbeitete Auflage. Leipzig, Mannheim:
F. A. Brockhaus 1996-99. Aktualisiert mit Artikeln aus der Brockhaus-Redaktion
und ergänzt um Verweise auf Munzinger-Texte. © Bibliographisches
Institut F. A. Brockhaus AG, Mannheim, und Munzinger-Archiv
GmbH, Ravensburg; Redaktion Gerd
Gross)
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Bibliographie:
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Ehrungen und Auszeichnungen:
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Jahrbuch
der K.-May-Gesellschaft, herausgegeben von C. Roxin u. a. (1970
folgende);
K. May. Biographie in Dokumenten und Bildern, herausgegeben von
G. Klussmeier und anderen (1978);
K. May, herausgegeben von H. L. Arnold (1987);
K. May der sächsische Phantastische Studien zu Leben und Werk,
herausgegeben von H. Eggebrecht (1987);
K.-May-Handbuch, herausgegeben von G. Ueding (1987);
M. Lowsky: K. May (1987);
H. Stolte: Der schwierige K. May (1989);
H. Plaul: Illustrierte K.-May-Bibliographie (1989);
H. Wollschläger: K. May, Grundriss eines gebrochenen Lebens (Neuausgabe
1990);
Helmut Schmiedt: K. May. Leben, Werk und Wirkung (31992);
Arno Schmidt: Sitara und der Weg dorthin. Eine Studie über Wesen,
Werk und Wirkung K. Mays (Neuausgabe 1993);
H. Wohlgschaft: Große K.-May-Biographie (1994).
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(©
01.01.2007 Autor und Redaktion
Gerd
Gross) (letzte
Änderung 01.01.2007)
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