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Lenz,
Jakob Michael Reinhold
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Biographie:
Jakob
Michael Reinhold Lenz; *12.1.1751 Seßwegen / Livland
23. oder 24.5.1792 Moskau; deutscher Schriftsteller während
der Sturm und Drang Periode:
als Sohn eines pietistischen Pastors geboren; gezwungen vom Vater studiert
er Theologie in der Universität Dorpat, danach wechselt er nach Königsberg,
u.a. beim jungen Immanuel Kant 1768; als 15-Jähriger veröffentlichte
er das Hexameterepos "Versöhnungstod Jesu Christi" 1766 und
debütierte als Dramatiker mit dem Auftragsstück "Der verwundete
Bräutigam"; 1769 erschien das Versepos "Die Landplagen";1771
Begleitung zweier junger Adliger (v. Kleist) nach Straßburg in der Hoffnung
die eigentlichen Zentren der europäischen Bildung kennen zu lernen;
bruch mit dem Vater, der ihm dies ausdrücklich verboten und für ihn
eine Hofmeister- und Pfarrerlaufbahn vorgesehen hatte; in Straßburg
Wandlung zum Sturm-und-Drang-Dichter; beeindruckt von Jean-Jacques Rousseau
und Johann Gottfried Herder;
in rascher Folge entstehen danach in nur wenigen Jahren seine wichtigsten
Werke: Anmerkungen übers Theater, "Der neue Menzoa" (1774),
"Gedichte und Plautus-Bearbeitungen", "Der Hofmeister"
(erste Tragikomödie deutscher Sprache), "Die Soldaten",
"Zerbin oder die neuere Philosophie" (alle 1776), sowie autobiographische
Schriften.
In der literarischen Öffentlichkeit wird er als zentrale Figur des Sturm-und-Drang-Kreises
beachtet. In Straßburg Begegnung mit dem jungen Goethe und Johann Kaspar
Lavater, dass führt in der literarischen Öffentlichkeit zur
zentralen Figur des Sturm-und-Drang-Kreises; in seinen Briefen über
"die Moralität der Leiden des jungen Werther" (1775) sowie
im 1776 entstandenen (und 1797 von Schiller posthum in der Zeitschrift
"Die Horen" publizierten) Romanfragment "Der Waldbruder"
entsteht ein Wendepunkt in seinem Leben. Nach der schicksalhaften Begegnung
mit Goethe entwickelte Lenz in einem Straßburger Literaturzirkel seine
poetologische Position. Während dieser Zeit verdiente er seinen Lebensunterhalt
als Begleiter von am Militärwesen und der Stadt Straßburg interessierten
Adelssöhnen. Geht eine unglückliche Liebe zu Goetehes verlassener Sesenheimer
Freundin Friederike Brion ein.
Die beiden Adligen v. Kleist werden Offiziere in einem französischen
Regiment. Lenz dient als ihr Bursche. Er verliert seine Stelle nach
Ablauf der Straßburger Zeit; danach muss er "wie ein Postgaul" hinter
dem Geld herlaufen und ernährt sich kümmerlich durch Stundengeben. 1776
folgt Lenz Goethe nach Weimar. Anfänglich Erfüllung seiner Wünsche und
Anerkennung. Seine Unfähigkeit, sich der Etikette des Hofs anzupassen,
macht ihn dort aber auf die Dauer untragbar. "Flucht" nach Berka. Eine
1777 erstmals auftretende Geisteskrankheit lähmt die Schaffenskraft
des Dichters. (Die im gleichen Jahr veröffentlichte „dramaturgische
Phantasey" Der Engländer, die das gespannte Verhältnis des Dichters
zu seinem gestrengen Vater reflektiert, wurde bereits früher geschrieben.)
Lenz muss sich in Privatpflege begeben, u. a. bei dem Pfarrer Johann
Friedrich Oberlin in den Vogesen und bei Goethes Schwager Schlosser
in Emmendingen. Eine geheimnisvolle "Beleidigung" Goethes führt zu dessen
Bruch mit ihm und zu Lenz' Ausweisung aus Weimar. Ab nun irrt Lenz ziel-
und planlos umher, zunächst bei Freunden in Südwestdeutschland und der
Schweiz, dann beim Pfarrer Johann Friedrich Oberlin in Waldbach (Elsass).
Immer deutlicher manifestiert sich Lenz' Wahnsinn ("Manie", "Melancholie").
1779 Rückkehr zum Vater nach Livland. Bemühungen um feste Stellen in
Riga und Petersburg scheitern. 1781 geht Lenz zu Freunden aus Freimaurerkreisen
nach Moskau, wo er völlig verarmt; 1792 findet man Lenz tot auf einer
Moskauer Straße.
Werke:
Dramen:
1774 Der Hofmeister, oder Vorteile der Privaterziehung
1774 Der neue Menoza
1775 Pandaemonium Germanicum
1776 Die Soldaten
1776 Die Freunde machen den Philosophen
1776 Der Engländer
Erzählungen:
1776 Zerbin
1776 Der Waldbruder
1777 Der Landprediger
Theoretische Schriften:
Über Götz von Berlichingen
Anmerkungen übers Theater
(Quelle: Biografie J.M.R. Lenz; Projekt Gutenberg;
ergänzt mit Texten aus dem Internet; Redaktionell bearbeitet Gerd
Gross)
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Bibliographie:
{Text20.3}
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Ehrungen und Auszeichnungen:
{Text20.4}
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Büchner,
Georg. Lenz. Berlin: Buchverlag der Morgen, 1983.
Garland, Henry and Mary. The Oxford Companion to German Literature,
Second Edition. Oxford: Oxford University Press, 1986.
Reeve, William C. Georg Büchner. New York: Frederick Ungar Publishing
Co., 1979.
Robertson, J.G. A History of German Literature, Fifth Edition.
Edinburgh: British Book Centre, Inc., 1968.
Rosanow, M.N. Jakob M. R. Lenz: der Dichter der Sturm- und Drangperiode.
(Übersetzung: C. von Gütschow) Leipzig: Verlagsbuchhandlung Schulze
& Co., 1909.
Wittkowski, Wolfgang. Georg Büchner: Persönlichkeit, Weltbild,
Werk. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag, 1978.
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(©
01.01.2007 Autor und Redaktion
Gerd
Gross) (letzte
Änderung 01.01.2007)
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