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Otto
Erich Hartleben
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Biographie:
Eduard
Friedrich Otto Erich Hartleben; * 03. 06. 1864 in Clausthal,
Harz; † 11. 02. 1905 in Salò, Gardasee; war ein deutscher Dramatiker,
Lyriker
und Erzähler;
war Naturalist:
wird als erstes von fünf Kindern Leo (*1868), Else (*1870), Gertrud
(*1874), Annemarie(*1876) des Ehepaares Herrmann ( 1879) und Elwine
( 1876) Hartleben in Clausthal geboren, ein vom Bergbau stark
geprägter Ort. Seine Erziehung wird in den ersten Jahren überwiegend
durch seine Mutter geleistet, die eine religiöse Erziehung zu Grunde
legt. O. E. erweist sich als schwer erziebares Kind. Im Frühjahr 1869
erhält O. E. in der Warteschule bei Fräulein Neimke Privatunterricht
in Lesen und Schreiben. Ab dem Jahre 1870 wird Hannover der neue Wohnort
der Hartlebens. Unterdessen war Elwine wieder schwanger und war mit
der Erziehung der 3 Kinder völlig überfordert und so bekundet O. E.
freiwillig den Wunsch bei seinem Großvater Eduard Angerstein (Präsident
des Landeskonsistoriums der Provinz Hannover) zu wohnen. Der gute Verdienst
ermöglicht dem jungen O. E. eine adäquate Ausbildung.
Im Spätsommer des Jahres 1880, besucht O.E. das Gymnasium in Jever,
wohnt bei dem dortige Direktor des Ernst Ramdohr, ein Freund seines
verstorbenen Vaters und wird nach einem dreviertel Jahr wegen schlechten
Einfluss auf die Familie ausgeschlossen. Von 1881 bis 1885 besucht O.
E. das Gymnasium in Celle, auch hier ist er kein guter Schüler, bis
auf das Fach Deutsch. Der Direktor Ebeling, bescheinigt ihm, daß O.
E. scharfer Verstand sich schon früh auf hohe Dinge wie Literatur
und Schopenhauersche
Philosophie geworfen hat. Nach dem Abitur und der im Jahr 1989 bestandenen
Referendarprüfung in Stolberg (Harz) und Magdeburg im Jahr 1889 – Hartleben
hat, dem Druck seiner Verwandten nachgebend, in Leipzig und Berlin Jura
studiert – läßt er sich im Herbst 1890 als freier Schriftsteller
in Berlin nieder und wird zu einem der temperamentvollsten Mitstreiter
der jungen Dichtergeneration, die sich gegen das Epigonentum wendet
und eine "Wirklichkeitskunst der Natürlichkeit und Wahrheit im Sinne
Ibsens, Tolstois und Zolas" anstrebt. Als Mitglied des Friedrichshagener
Dichterkreises lernt er Wilhelm Bölsche, Richard
Dehmel, die Brüder Heinrich und Julius Hart, Gerhard
Hauptmann, August Strindberg und Bruno Wille sowie den Architekten
Peter Behrens kennen, ferner Bohemiens und Künstler, Anarchisten und
Intellektuelle, auf die der Dichterkreis eine große Anziehungskraft
ausübt.
Seit 1891 gehört Hartleben dem Vorstand der "Volksbühne" an. Sein Durchbruch
als Schriftsteller
gelingt ihm 1900 mit dem Sozialdrama "Rosenmontag", eine wirksame, dichterisch
jedoch wenig bedeutende Offizierstragödie. Dieses Schauspiel machte
ihn schlagartig bekannt und finanziell unabhängig. Hartleben sieht sich
nun in die Lage versetzt, seiner Sehnsucht nach dem Süden, wie sie in
vielen seiner Gedichte bekundet ist, nachzugeben und sich in Salò am
Gardasee einen Dichtersitz, die Villa Halkyone, zu kaufen, die er zu
einer Dichterakademie ausbauen will. Ab 1901 lebt Hartleben abwechselnd
in München und in seiner Villa Halkyone am Gardasee. Über diese Zeit
hat Hein Bredendiek geschrieben: "Man saß auf den Marmorsitzen der
Villa 'Halkyone' unter Weinlaub und Lorbeerbäumen und las aus eigenen
Arbeiten. Hartlebens Akademie der Lebensfreude war auf eigene
Art ausgestattet: im Wohnraum der Villa gab es 20 Wandnischen, die zwar
nicht für Vasen und Statuen, dafür aber für Weinflaschen in großer Auswahl
bestimmt waren." Hier gründete er die "Halkyonische Akademie für
unangewandte Wissenschaften", einen Freundeskreis, dem u.a. Peter Behrens,
Otto Julius Bierbaum,
Franz Blei, Gerhart
Hauptmann, Alfred Kubin und Emil Orlik angehörten.
Der Hang zu alkoholischen Getränken, seit seiner frühesten Jugend,
und sein über Jahre anhaltender, unmäßiger Weinkonsum führt schließlich
dazu, daß Hartleben nach körperlichem Leiden im Alter von nur 40 Jahren,
am 11. Februar 1905, in Gardone am Gardasee stirbt. Die Villa Halkyone,
die Hartleben zu einem Treffpunkt der Dichter, einer "Halkyonischen
Akademie für unangewandte Wissenschaften" ausbauen wollte, vermacht
er seiner Jugendfreundin Ellen Birr. Unter der Leitung des Arztes Dr.
Goldschmidt wird die Villa später zu einem Sanatorium für "Rekonvaleszenten
und Kranke der Respirationsorgane".
In seinem Testament hat Otto Erich Hartleben verfügt, daß nach seinem
Tod sein Leichnam in der Stadt Brescia eingeäschert, der Kopf allerdings
vorher vom Körper getrennt und nach Deutschland gebracht werden sollte.
Diese Aufgabe fiel dem Arzt Dr. Lehmann zu. Der Schriftsteller Max Halbe
war Zeuge der Einäscherung Hartlebens und hat über diesen Vorgang in
einem autobiographischen
Text geschrieben. Die Asche und der Kopf Hartlebens wurden am 25. März
1905 in Berlin-Treptow beigesetzt. Bis 1948 befand sich die Urne Otto
Erich Hartlebens in der Urnenhalle in Treptow; sie wurde am 18. November
1948 im Familiengrab seines Schwagers, der mit der jüngsten Schwester
Hartlebens verheiratet war, auf dem Göttinger Stadtfriedhof aufgestellt.
Dort hat Otto Erich Hartleben seine letzte Ruhestätte gefunden.
Wirken:
Hartleben gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Naturalismus.
Sein schriftstellerisches Werk umfaßt Dramen,
Komödien
und Erzählungen.
Hartleben ist Herausgeber eines Goethe-Breviers. Mit Rudolf Steiner,
dem späteren Begründer der Anthroposophie, gab er in Berlin das "Magazin
für Literatur" heraus. Bekannt wurde Hartleben durch sein 1900 erschienenes
Offiziersdrama "Rosenmontag", ein Bühnenstück, das ihm neben literarischer
Anerkennung auch großen finanziellen Erfolg bescherte. Otto Erich Hartleben
brachte einen neuen Ton in die deutsche Erzählkunst, der ihm den Beinamen
eines "deutschen Maupassants" eintrug. Ganz besonderen Wert legte Hartleben
auf seine Gedichte.
Zu den wichtigsten Werken Otto Erich Hartlebens gehört die Übertragung
des von Albert Giraud verfaßten Gedichtzyklus’ "Pierrot lunaire" aus
dem Französischen ins Deutsche. 1893 – Hartleben ist zu dieser Zeit
noch nicht dreißig Jahre alt – erschien dieser Zyklus aus insgesamt
fünfzig Gedichten, sogenannten Rondeaus,
erstmals im von Paul Scheerbart gegründeten Verlag der Phantasten in
Berlin. Eine Auswahl von dreimal sieben Gedichten aus dem "Pierrot lunaire"
hat der Komponist Arnold Schönberg 1912 als op. 21 für Sprechgesang
und Kammerensemble vertont.
Werke:
"Studententagebuch", Gedichte, 1886
"Die Serényi", Erzählungen, 1887
"Angele", Komödie, 1891
"Hanna Jagert", Komödie, 1893
"Die Geschichte vom abgerissenen Knopfe", Erzählungen, 1893
"Ein Ehrenwort", Schauspiel, 1894
"Meine Verse", Gedichte, 1895
"Vom gastfreien Pastor", Erzählungen, 1895
"Der römische Maler", Novelle, 1898
"Ein wahrhaft guter Mensch", Komödie, 1899
"Rosenmontag”, Tragödie, 1900
"Von reifen Früchten. Meiner Verse zweiter Teil", Gedichte, 1902
"Liebe kleine Mama", Erzählungen, 1904
"Diogenes", Komödie, 1905
"Im grünen Baum zur Nachtigall", Studentenstück, 1905
"Das Ehefest", Novellen, 1906
Tagebuch 1906
Aphorismen, hg. von v.d.Trelde 1920
(© Autor und Redaktion Gerd
Gross)
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Bibliographie:
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Ehrungen und Auszeichnungen:
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Bahr,
Hermann: Rosenmontag. Eine Offizierstragödie in fünf Akten von
Otto Erich Hartleben. In: Ders.: Premièren. Winter 1900 bis Sommer
1901. München 1902. S. 40 - 46.
• Burckhard, Max: Rosenmontag. Drama in fünf Akten von Otto Erich
Hartleben. Burgtheater 15. Dezember 1900. In: Ders.: Theater.
Kritiken, Vorträge und Aufsätze. I. Band (1898 - 1901). Wien 1905.
S. 216 - 219.
• Burckhard, Max: Hanna Jagert. Komödie in drei Aufzügen von Otto
Erich Hartleben. Deutsches Volkstheater 21. September 1901. In:
Ders.: Theater. Kritiken, Vorträge und Aufsätze. I. Band (1898
- 1901). Wien 1905. S. 312 - 315.
• Eloesser, Arthur: Hartleben. In: Die neue Rundschau 20 (1909)
S. 901 - 905.
• Flaischlen, Cäsar: Otto Erich Hartleben. Beitrag zu einer Geschichte
der modernen Dichtung. Berlin 1896. • Franz, Rudolf: "Rosenmontag".
Offizierstragödie von O. E. Hartleben. In: Ders.: Kritiken und
Gedanken über das Drama. Eine Einführung in das Theater der Gegenwart.
München 1915. S. 153 - 155. [Dort auch Hinweise zu Hartlebens
Drama "Abschied vom Regiment"]
• Franz, Rudolf: "Die Erziehung zur Ehe". Komödie von O. E. Hartleben.
In: Ders.: Kritiken und Gedanken über das Drama. Eine Einführung
in das Theater der Gegenwart. München 1915. S. 232 - 234.
• Hartleben, Selma: Mei Erich. Aus dem Leben Otto Erichs. 5. Aufl.
Berlin 1910.
• Hock, Fritz: Die Lyrik Otto Erich Hartlebens. Berlin 1931. (=
Germanische Studien. H. 104.)
• Holl, Karl: Otto Erich Hartleben. In: Ders.: Geschichte des
deutschen Lustspiels. Leipzig 1923. S. 324 - 326.
• Kafitz, Dieter: [Zu Otto Erich Hartleben, insbesondere zu "Rosenmontag"
und "Hanna Jagert"]. In: Ders.: Grundzüge einer Geschichte des
deutschen Dramas von Lessing bis zum Naturalismus. Bd. 2. Königstein/Ts.
1982. (= Athenäum-Tb. 2176.) S. 321 f.
• Klement, Alfred von: Die Bücher von Otto Erich Hartleben. Eine
Bibliographie. Mit der bisher unveröffentlichten Fassung der Selbstbiographie
des Dichters. Salò 1951. (= Halkyonische Akademie für Unangewandte
Wissenschaften.)
• Landsberg, Hans: Otto Erich Hartleben. Berlin 1905. (= Moderne
Essays. 50.)
• Lücke, Heinrich: Otto Erich Hartleben. Der Lebenslauf eines
Dichters. Clausthal-Zellerfeld 1941.
• Reese, Georg de: Otto Erich Hartleben. Eine kritische Auseinandersetzung
mit dem Leben und Schaffen eines deutschen Naturalisten. Diss.
Jena 1957. [Masch.]
• Reif, Hannelore: Das dramatische Werk Otto Erich Hartlebens.
Diss. Wien 1963. [Masch.]
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(©
01.01.2007 Autor und Redaktion
Gerd
Gross) (letzte
Änderung 01.01.2007)
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