|
Friedrich Ludwig Adolf Ernst Eckstein
{Text1.1}
|
Biographie:
Friedrich Ludwig Adolf Ernst Eckstein, Pseudonym Arthur
von Deich; * 06.02.1845 Gießen (Hessen-Darmstadt), † 18.11.1900 Dresden
(Sachsen); war ein deutscher
Schriftsteller, Redakteur und Übersetzer
der Gründerzeit:
wird als Sohn des großherzoglich - hessischen Stiftungsanwaltes, des
Hofgerichtsrates Dr. Franz Eckstein (1817 - 1881) geboren. Seine Mutter
war Auguste Welcker (1819 - 1857), eine Tochter des Hofgerichtsadvokaten
Ludwig Welcker. E. wird zunächst privat unterrichtet und geht erst mit
neun Jahren aufs Landgraf-Ludwigs-Gymnasium. Hoch begabt besteht er
mit 17 als Primus das Abitur. Finanziell gut abgesichert, reist E. durch
Europa (Italien und Frankreich später auch Spanien um die Landessprachen
zu erlernen) zur Vorbereitung seines Studiums der romanischen Sprachen,
unter anderem studiert er Jura, Philosophie und Philologie. Promoviert
1866 in Marburg mit seiner französisch geschriebenen Arbeit über
den "Geizigen" von Molière. Er erhält die venia legendi -
die Berechtigung, als Privatdozent an der Universität zu lehren. Ernst
Eckstein lehnt eine Professur zu Gunsten der Schriftstellerei ab und
wird bald zu den großen Bestseller-Autoren der Gründerzeit.
Von 1868 bis 1870 war Eckstein in Paris Korrespondent für französische
und deutsche Zeitschriften; doch diese Tätigkeit mußte er 1870 aufgeben.
Die französischen Behörden erteilten ihm aufgrund der Zuspitzung des
politischen Konfliktes zwischen Deutschland und Frankreich eine Ausweisung.
Zunächst reiste er von seinem kurzzeitigen Domizil am Vierwaldstätter
See in der Schweiz nach Florenz und von dort über Venedig nach Rom,
wo er den Winter 1870/71 verbrachte. Nach einem fast einjährigen Italienaufenthalt
zog er es vor, abermals über Venedig, die Schweiz und Paris nach Spanien
zu fahren, um dort bis zum Beginn des Jahres 1872 vorzugsweise in Madrid,
Sevilla und Granada zu leben. Dann kehrte er über Marseille nach Rom
zurück, ging nach Neapel, doch der Vesuvausbruch im April 1872 beeindruckte
ihn so stark, daß er beschloß, Italien zu verlassen. Er verweilte drei
Monate in Salzburg (31.05.1872 bis 16.08.1872), danach noch eine kurze
Zeit in München, bevor er nach Wien zog.
Anschließend arbeitet er als freier Schriftsteller und Reiseschriftsteller
(Reisen nach Spanien und Italien) und heiratet 1873 Elisabeth Bolle
(* 1856 - 1891). 1872 wurde er Mitarbeiter der Wiener "Neuen
Freien Presse", von 1874 bis 1882 war er Redakteur der Leipziger
"Deutschen Dichterhalle", einem der vornehmen Almanache dieser
Zeit. Zwischendurch betrieb er einen eigenen Verlag und war von 1879
bis 1882 zusätzlich Redakteur der satirischen
Zeitschrift "Schalk". Zum einen konnte er durch die mehrjährige
Redaktion der "Deutschen Dichterhalle", die als repräsentatives Organ
gründerzeitlicher Lyrik
zu verstehen ist, einen Einfluß auf die deutsche Literatur
ausüben; zum anderen galt die humoristische Schrift "Der Schalk", die
durch eine Verknüpfung von Bild und Text ihre satirisch
- ironischen Inhalte vermittelte, als "ein Sammelpunkt unserer ersten
Künstler und Schriftsteller". Trotz des enormen Arbeits- und Zeitaufwandes,
der mit dieser redaktionellen Tätigkeit verbunden war, erreichte seine
eigentliche literarische Produktivität einen Höhepunkt. Besonders mit
der 1875 erschienenen Schulhumoreske "Der Besuch im Carcer" konnte er
einen außerordentlich großen Erfolg verzeichnen. Sie gilt als Vorbild
für Heinrich Spoerls "Feuerzangenbowle". Obwohl - wie er selbst im Vorwort
zur 47. Auflage betonte - diese Schulhumoreske ohne jede Absicht geschrieben
sei, nur "weil das Ding mir Vergnügen machte", befürchteten einige
Pädagogen, daß dadurch eine Demoralisierung der Schülerschaft stattfinden
könnte. Auch auf einem ganz anderen Gebiet mußte sich Eckstein der Kritik
stellen. Stein des Anstoßes war hier vor allem sein 1874 veröffentlichter
Essay
"Aphorismen über die Kunst der poetischen Uebertragung", der zu einer
literarischen Fehde mit Prof. Karl Bartsch und Ferdinand Freiligrath
den Anlaß gab.
Zu Beginn der achtziger Jahre erregte Eckstein vor allem mit seinen
historischen Romanen wie "Die Claudier" (1881) und "Prusias" (1883)
Aufsehen, durch die er zu der enormen Konjunktur, die diese Gattung
erfuhr, einen nicht unwesentlichen Beitrag leistete.
Neben seinen schriftstellerischen und redaktionellen Aktivitäten ist
vor allem auch seine Initiative bei der Gründung der Schriftstellervereinigung
"Symposion" in Leipzig hervorzuheben. Besonders, wenn man berücksichtigt,
daß diese literarische Gesellschaft den "Allgemeinen Deutschen Schriftsteller
- Verband" 1878 initiierte, der außer von Eckstein auch von Bodenstedt,
Grosse, Hamerling, Laube, Lingg, Lorm, Schücking und Spielhagen unterstützt
wurde. Es gelang Eckstein sogar, die Vorbehalte Wilhelm Raabes gegen
eine solche Vereinigung zu zerstreuen und ihn zum Beitritt zu bewegen.
Zudem war Eckstein schon 1871 ein Gründungsmitglied der "Deutschen Genossenschaft
dramatischer Autoren und Componisten", einer Selbsthilfevereinigung
speziell für Aufführungsrechte, zu deren 63 Initiatoren u.a. Roderich
Benedix, Gustav Freytag, Rudolf Gottschall und Paul Heyse gehörten.
Die Lebensphase, die Eckstein in Leipzig verbrachte, wurde durch einen
vorübergehenden Aufenthalt in Florenz abgeschlossen.
Nachdem er dann 1885 nach Dresden übergesiedelt war, stand er zwar nicht
mehr im Zentrum der literarischen Diskussion, doch finden sich unter
den in dieser Zeit entstandenen Romanen gerade einige seiner bedeutendsten.
Auch als Mitarbeiter der bekanntesten belletristischen Familienblätter
und Monatsschriften lieferte er Beiträge beispielsweise für "Ueber Land
und Meer", "Vom Fels zum Meer", "Daheim", "Westermanns illustrierte
deutsche Monatshefte" und "Die Gartenlaube". Zudem ist ebenso wie in
Leipzig auch in Dresden die Schriftstellervereinigung "Symposion" auf
seine mitbegründende Initiative zurückzuführen.
Er zieht aus der Gründerzeit den Stoff für eine Fülle von
Romanen
und Erzählungen,
von Lyrik,
besonders humoristischer Art gehalten. Die jüngst erschienene Bibliographie
von Karola Rimmel nennt fast hundert selbständig (als Buch) erschienene
Werke (ohne die vielen Beiträge in Zeitschriften). Übersetzungen erscheinen
ins Dänische, Englische, Holländische, Polnische, Schwedische, Ungarische,
usw.; daneben schreibt er zahlreiche historische
Romane mit Themen aus der römischen
Antike.
Ernst Eckstein heiratet nach dem Tod seiner Frau 1891, einer ihrer Freundinen,
zum zweiten Mal. Eine Nierenerkrankung macht ihm zu schaffen, mehrere
Schlaganfälle bereiten seinen recht frühen Tod im Jahre 1900 vor.
Der zu Lebzeiten außerordentlich erfolgreiche Schriftsteller
und Redakteur Ernst Eckstein ist heute weitgehend vergessen. Abgesehen
von dem regional begrenzten Interesse, das dem gebürtigen Gießener in
seiner Vaterstadt entgegengebracht wurde, hat eine Auseinandersetzung
mit seinem Werk bislang nur im Rahmen einer vorwiegend gattungsgeschichtlich
orientierten Literaturwissenschaft
stattgefunden. So ist es zu verstehen, daß er allenfalls als einer der
bedeutenderen Humoristen des ausgehenden 19. Jahrhunderts bekannt geworden
ist; dieser Ruf bezieht sich insbesondere auf die Gymnasialhumoreske
"Der Besuch im Carcer" (1875) und die daraus entstandene Etikettierung
Ecksteins als Begründer dieser literarischen Gattung.
Erst in zweiter Linie findet man in den einschlägigen Literaturgeschichten
eine Erwähnung Ecksteins neben Felix Dahn, Georg Ebers u.a. als Verfasser
von historischen Romanen,
die dem Bildungsbedürfnis und dem ständig wachsenden Leseinteresse der
Gründerzeit entsprachen. Diese außerordentliche Beliebtheit des historischen
Romans
erklärt sich aus dem erwachten Interesse an der deutschen Vergangenheit,
spiegelte aber auch "die saturierte Stimmung des neugegründeten Reiches
in Parallelbildern aus überreifen und zerfallenden Kulturen". Während
Felix Dahn (1834 - 1912) sich vor allem dem germanischen Altertum und
Georg Ebers (1837 - 1898) sich der ägyptischen Vorzeit zuwandte, entwickelte
Ernst Eckstein eine eigenständige römische Variante, indem er seine
Stoffe vor allem aus dem spätrömischen Kaisertum zog. In diesem Zusammenhang
ist seine aufreizend "pikante" Darstellungsweise kritisiert worden,
mit der er die historischen Geschichtsquellen literarisch
aufarbeitete.
Während Eckstein nahezu ausschließlich als Begründer der Gymnasialhumoreske
und als Verfasser von historischen Romanen
betrachtet wurde, blieb der Blick auf die ganze Bandbreite und Vielfalt
seiner schriftstellerischen Tätigkeit verstellt. Denn er befaßte sich
außerdem mit so unterschiedlichen literarischen Genres
wie komische und groteske Epen,
Feuilleton,
Reiseeindrücke, Stimmungsbilder, Essays,
Lyrik,
Novellen
und Gegenwartsromane. An dieser Stelle ist besonders auf Romantitel
wie "Familie Hartwig" (1894), "Roderich Löhr" (1896) und "Die Klosterschülerin"
(1899) zu verweisen, mit denen Eckstein Stoffe aus der zeitgenössischen
Wirklichkeit aufgriff und sich damit der "neuen realistischen Richtung"
anschloß. In dem sozialkritischen Roman
"Familie Hartwig" beispielsweise werden die ökonomischen Probleme geschildert,
mit denen sich der handwerkliche Mittelstand und das Kleinbürgertum
angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Dominanz gewerblicher Großbetriebe
konfrontiert sieht.
Aber nicht nur unter den genannten Gesichtspunkten erscheint die
überlieferte Einschätzung Ecksteins als wenig befriedigend. Unter den
erweiterten Prämissen und Schwerpunkten einer modernen Ansprüchen genügenden
Sichtweise gilt es, neue Problemfelder in den Blick zu rücken. Hier
seien vor allem der literatursoziologische Aspekt bzw. Ecksteins Bedeutung
für den internationalen Kulturtransfer und die Geschichte des Feuilletons
hervorgehoben. Unter literatursoziologischen Gesichtspunkten ist bemerkenswert,
daß er es verstand, den Geschmack der Gründerzeit zu treffen und mitzuprägen,
wobei sein überaus umfangreiches Werk eine große Breitenwirkung erreichte.
Zwar fehlen detaillierte schichtenspezifische Analysen des Leserverhaltens,
doch gibt es einige Belege dafür - beispielsweise in seinen Briefen
-, daß Eckstein in nahezu allen Bevölkerungskreisen rezipiert wurde.
Die Häufigkeit von verkauften Eckstein - Romanen
veranschaulicht ein Bericht einer Leipziger Sortimentsbuchhandlung:
bezogen auf den Zeitraum von Oktober 1883 bis Januar 1884 rangiert darin
Eckstein mit 111 verkauften Exemplaren an zweiter Stelle, hinter Gustav
Freytag (186), aber vor Georg Ebers (101) und Felix Dahn (71). Besonders
der 1881 erschienene Roman
"Die Claudier" machte von sich reden. So schaffte die bekannte Wiener
Leihbibliothek "Last" über 300 Exemplare dieses historischen
Romans an, um den Lesehunger ihrer Kunden zu stillen. Die Rezeptionsdichte
spiegelt sich auch in der für Ecksteins Schriften charakteristischen
Auflagenfrequenz. Zusätzlich ist zu beachten, daß die belletristischen
Familienblätter und Monatsschriften - wie "Die Gartenlaube" und "Ueber
Land und Meer" -, in denen Eckstein einen Teil seiner Werke vorabdrucken
ließ, marktbeherrschend waren und eine große Auflagenhöhe zu verzeichnen
hatten. Die einzelnen Nummern solcher illustrierten Familienzeitschriften
wurden zudem von mehreren Personen rezipiert. Die Abonnenten der "Gartenlaube"
beispielsweise, multipliziert mit den Familienangehörigen und anderen
Mitlesern, ergeben einen Leserkreis, der auf über eine Million geschätzt
wird.
Die Wirkung der Schriften Ecksteins blieb allerdings nicht auf den
nationalen Bereich beschränkt, sondern sie fanden darüber hinaus
eine grenzüberschreitende Verbreitung. Dieser Sachverhalt ist nicht
mehr nur für literatursoziologische Fragestellungen relevant, sondern
im Blick auf einen internationalen Kulturtransfer bedeutsam. Die erfolgreichen
Werke Ecksteins wurden in mehrere andere europäische Sprachen übersetzt,
wie z. B. ins Englische, Dänische, Niederländische, Polnische und Schwedische.
Eckstein gewinnt unter diesem Aspekt an internationaler Bedeutung, besonders
wenn man berücksichtigt, daß er in der Statistik aller vom Deutschen
ins Englische übersetzten Schriften bezogen auf den Zeitraum von 1881
- 90 an 23. Stelle rangiert.
Ein etwas skurriles Beispiel für die Rezeption eines Eckstein - Romans
im Ausland ging durch die amerikanische Presse. In einer Stadt unweit
der Nordküste des Mexikanischen Golfs erregte ein von begeisterten Eckstein
- Anhängern veranstalteter "Nero" - Festzug Aufsehen.
Auch als Übersetzer vor allem englischer und französischer Lyrik
ins Deutsche war Eckstein seinerseits zudem bemüht, seinem einheimischen
Publikum, die Kultur anderer Länder zugänglich zu machen und zu vermitteln.
In diesem Zusammenhang ist vor allem auch auf die Korrespondententätigkeit
Ecksteins 1868 - 70 in Paris hinzuweisen. Seit diesem frühen Zeitpunkt
bereits veröffentlichte er literarische Skizzen und Essays
über die kulturellen Pariser Begebenheiten: Hier seien nur seine Erfahrungen
mit dem Autorenteam
Erckmann - Chatrian und sein Umgang mit Elise Krinitz, der als "Mouche"
bekannten Freundin Heinrich Heines, angedeutet. Seine Tätigkeit als
Feuilletonist in Paris, als Reisejournalist und später als Mitarbeiter
der "Neuen freien Presse" in Wien (1872 - 1874) gaben den Impuls zur
Abfassung der "Beiträge zur Geschichte des Feuilletons" (1876). Dieses
zweibändige Werk kann als erste umfangreichere Abhandlung über dieses
Genre
gelten und ist überdies ein programmatischer Entwurf über die feuilletonistische
Schreibweise, die er selbst in einer ganzen Reihe seiner Arbeiten angewendet
hat.
Ecksteins interkulturelles Interesse blieb nicht allein auf die Literatur
beschränkt - so verfaßte er eine mit Kupferstichen reich illustrierte,
imposante Sammlung der Kunstschätze Italiens. Die im weitesten Sinne
kunsttheoretische Auseinandersetzung, wie sie sich in den Begleittexten
zu den einzelnen Objekten dieser Sammlung niederschlägt, findet ihre
Entsprechung in mehreren theoretischen und programmatischen Abhandlungen
zur Literatur
und Sprachgeschichte. Hier seien als Beispiele für solche Essays,
die mitunter in einem feuilletonistischen
Stil
geschrieben sind, genannt: "Ueber die Form des Sonetts", "Roman und
Novelle", "Vom Werthe des Komischen", "Der historische Roman" und die
Sammlung sprachgeschichtlicher Essays
"Verstehen wir Deutsch? Volkstümliche Sprachuntersuchungen" (1894).
In der vorliegenden Bibliographie wird das umfangreiche Gesamtwerk Ernst
Ecksteins zum ersten Mal vollständig aufgeführt. Sein literarisches
Werk umfaßt nicht nur ungefähr 100 selbständig erschienene Publikationen,
quer durch alle Gattungen,
sondern auch zahlreiche Zeitschriftenbeiträge. Dabei konnten bisher
nicht eruierte Texte, die er unter dem Pseudonym Arthur von Deich veröffentlichte,
ausfindig gemacht und zugeordnet werden. Da Eckstein zu seiner Zeit
ein außerordentlich erfolgreicher Schriftsteller
war, wurden aus literatursoziologischen Gründen sowohl die Auflagen
und soweit möglich auch die Übersetzungen der einzelnen Schriften aufgeführt.
Die zeitgenössische Eckstein - Rezeption spiegelt sich vor allem in
den Würdigungen und Rezensionen
wieder, die als Sekundärliteratur in der vorliegenden Bibliographie
verzeichnet sind.
Vor allem das handschriftliche Material zeigt die außergewöhnliche Rolle
Ecksteins als Redakteur und Herausgeber bzw. als Mitinitiator der Leipziger
und Dresdener Schriftstellervereinigungen "Symposion" sowie als Schatzmeister
des "Allgemeinen Deutschen Schriftstellerverbandes" auf; dadurch wird
seine bemerkenswerte Stellung im literarischen Leben seiner Zeit erstmals
belegt. Neben den Leipziger und Dresdener Schriftstellerkollegen soll
vor allem auf seine freundschaftlichen Brief - Kontakte zu Felix Dahn,
Karl Ferdinand Gutzkow, Paul Lindau, Karl Emil Franzos, Berthold Auerbach,
Wilhelm Raabe und Elise Krinitz hingewiesen werden. Zu seinen denkwürdigsten
Begegnungen rechnete Eckstein einen längeren Verkehr mit Karl Gutzkow,
der sich Ende der siebziger Jahre mehrere Monate in Leipzig aufhielt.
Viele dieser Kontakte waren aufgrund seiner redaktionellen Tätigkeit
zustandegekommen: denn als Mitarbeiter bei der "Neuen freien Presse"
in Wien, danach als Redakteur bei der "Deutschen Dichterhalle" in Leipzig
und als Herausgeber des "Humoristischen Hausschatzes" bzw. der Wochenzeitschrift
"Der Schalk" hatte er zahlreiche Verbindungen herzustellen und aufrechtzuerhalten.
Überblickt man den Forschungsstand, so bleibt festzustellen, daß eine
intensive Auseinandersetzung mit Eckstein bislang noch nicht erfolgt
ist. Die gesamte Bandbreite seiner Arbeitsfelder und Themenstellungen
ist in ihrer Komplexität noch zu diskutieren und aufzuarbeiten. Sowohl
die biographischen
Zusammenhänge als auch die angeführte Primär- und Sekundärliteratur
eröffnen zahlreiche Ansatzpunkte, sich mit der facettenreichen Persönlichkeit
Ernst Ecksteins, sei es als Leser oder Wissenschaftler, auseinanderzusetzen.
(Textauszug: Uni Giesen, Autor Karola Rimmel)
Werke:
Venus Urania (Epos), 1872
Humoresken (2 Bde.), 1875/82
Beiträge zur Geschichte des Feuilletons (2 Bde.), 1876
Lisa Toscanella (Novelle), 1876
Pariser Leben (Reisefeuilletons), 1876
Ein Pessimist (Komödie), 1877 Sturmnacht (Novellen, 2 Bde.), 1878
Die Claudier (Roman, 3 Bde.), 1881
Aphrodite. Roman aus Alt-Hellas 1883
Prusias. Roman aus dem letzten Jahrhundert der römischen Republik 1884
Pia. Roman aus dem 13. Jahrhundert 1887
Nero. Ein Roman 1889
Die Numidierin. Novelle aus dem altrömischen Afrika 1890
Das Kind (Novelle), 1893
Verstehen wir Deutsch? Volkstümliche Sprachuntersuchungen, 1894
Familie Hartwig (Roman), 1894
Kyparissos. Roman 1895
Roderich Löhr (Roman), 1896
Willibald Menz. Lavafluten (Roman), 1898
Die Hexe von Glaustädt. Roman 1898
Die Klosterschülerin (Roman), 1899
Der Bildschnitzer von Weilburg. Roman 1900
Die Märchenprinzessin (Roman), 1901
Gesammelte Schulhumoresken, 1907
(© Autor und Redaktion Gerd
Gross)
|
Bibliographie:
{Text20.3}
|
Ehrungen und Auszeichnungen:
{Text20.4}
|
|
|
|
Ernst-Eckstein-Bibliographie
von Carola Rimmel, Sprache: Deutsch Taschenbuch - 142 Seiten -
Leibfried, Erwin H., Dr. Erscheinungsdatum: 1992 ISBN: 3923915608
Vergessene Giessener Dichter - Ernst Eckstein 1845-1900. In die
Erinnerung gerufen. Ein Lese und Bilderbuch auch aus Anlass des
150. Geburtstages von Erwin H Leibfried, Karsten Emrich, Antje
Engelhardt, Sabine Kasimir, Karola Rimmel, Maria Ch Schachl, Sprache:
Deutsch Taschenbuch - 248 Seiten - Leibfried, Erwin H., Dr. Erscheinungsdatum:
1995 ISBN: 3923915691
|
(©
01.01.2007 Autor und Redaktion
Gerd
Gross) (letzte
Änderung 01.01.2007)
|
|