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Biographie:
Als Sohn eines herzoglichen Hofarztes von Sachsen-Meiningen
geboren. Mit seiner Familie zog er im Alter von zwei Jahren
nach Meiningen in dem auch seine Großeltern wohnten. Er
war das älteste von vier Kindern, kurz nach der Geburt verstarb
eins seiner Geschwister. Bereits im Jahre 1847 starb sein Vater
an Typhus; er infizierte sich an der Krankheit, weil er der
einzige Typhus behandelnde Arzt in seinem Ort war.
Als sieben Jähriger wurde er in der Obhut von Großeltern
und Mutter erzogen, nach dem Besuch im Meiniger Gymnasium (Abschluss
1860) entdeckte er an sich das Talent zum Maler, Verwandte und
Großeltern rieten ihm ab, woraufhin er von 1860-64 Naturwissenschaften
in Leipzig, dann in Würzburg und Heidelberg studierte und promoviert
zum Dr. phil.. Bereits während seiner Studienzeit verfasste
Baumbach einige Gelegenheitsgedichte und Lieder. Nach seinen
Abschluss im Jahr 1864 folgte eine Assistenz am Botanischen
Institut in Freiburg im Breisgau, bereits während seiner Jugend
war er an ökologischen Forschungsarbeiten interessiert. Um seinen
Lebensunterhalt zu verdienen begann er als Hauslehrer ohne feste
Anstellung in Wien, Brünn und Graz zu unterrichten.
Sein Einkommen verdient er sich als Hauslehrer in Wien und Graz.
Zu der Tochter eines seiner Brünner Arbeitgeber hatte Baumbach
seine erste und auch letzte Liebesbeziehung. Baumbach, nicht
in fester Anstellung, konnte seine Liebe aus finanzieller Not
nicht ehelichen, seine Enttäuschung darüber findet sich in den
Werken des Lyrikers. Daraufhin beendet er sein Dienstverhältnis
und sucht in Triest nach einer neuen Anstellung; gibt 1870-81
die Alpenvereinszeitschrift "Enzian, ein Gaudeamus für
Bergsteiger" heraus und gilt seit dem in der Fachwelt als
dichterisches Talent. Der Naturfreund und Botaniker lebt seit
1881 als freier Schriftsteller und erringt in diesem Jahrzehnt
seine populärste Anerkennung. Sein erster literarischer
Erfolg basiert auf einer slowenischen Alpensage
vom Zlatorog, in über 100 Auflagen und Bearbeitungen (u.
a. als Oper und Kandate) verlegt. 1885 kehrt er aufgrund der
nun erlangten finanziellen Unabhängigkeit nach Meiningen in
seine Thüringer Heimat zurück und erhält eine Bibliothekarsstelle.
Der sogenannte " Theaterherzog" in Meiningen: Herzog Georg II,
ist ihm sehr zugetan und ernennt ihn 1888 zum Hofrat.
Zahlreiche Bildungsreisen führen ihn nach Griechenland, Ägypten,
Italien und in die Türkei. 1893 kehrt er zum letzten Mal in
die Geburtsstadt Kranichfeld zurück.
Baumbach erlitt 1895 einen schweren Schlaganfall von dem er
sich nie wieder gesundheitlich erholen sollte; durch die entstandene
Lähmung wurde seine literarischen Tätigkeit verhindert.
Am 21. September 1905 starb Rudolf Baumbach in Meiningen.
Wirken:
Nach dem Motto der Einfachheit und Natürlichkeit lebte und
dichtete der gebürtige Kranichfelder Rudolf Baumbach. Der begabte
Junggeselle, der Wein, Gesang und Geselligkeit liebte und zu
einer Zeit lebte, in der Liebesbeziehungen durch finanzielle
Mittel bestimmt wurden, verarbeitete seine enttäuschten Lieben
und Lebenserfahrungen beim Schreiben zahlreicher wunderbarer,
frecher und romantischer Gedichte, Novellen, Erzählungen und
Märchen.
Baumbachs literarisches Schaffen begann mit der Gestaltung von
Bierzeitungen und der Dichtung von Kneipliedern. Es folgten
die Werke "Samiel hilf!" und "Mein Frühjahr",
eine Sammlung von Beiträgen Baumbachs in der Alpenzeitung "Enzian
– Ein Gaudeamus für Bergsteiger". Die Alpensage "Zlatorog",
in der seine Nähe zur Natur und zu den Menschen Sloweniens deutlich
wird, brachte Baumbach 1876 den Durchbruch.
In späterer Zeit werden zahlreiche Gedicht- und Prosabände von
ihm veröffentlicht, u. a. auch die " Lieder eines fahrenden
Gesellen ", "Von der Landstraße" und "Spielmannslieder"
von welchen etliche u.a. von Feruccio Busoni, Max Reger und
dem Berliner Apotheker Heinz Höhne vertont werden. Das Lied
" Hoch auf dem gelben Wagen" ist noch heute ein Evergreen. Baumbach
gehörte damals zu den meistgelesenen Autoren
des deutsch- sprachigen Raumes. Besonders beliebt ist seine
inhaltlich vielseitige Kurzprosa.
Höchste Auflagenzahl erreichten sein Versepen "Zlatorog"
und "Truggold", beide im Jahr 1878 publiziert. Die
Sehnsucht nach seiner thüringischen Heimat zog Baumbach 1885
zurück nach Meiningen, es erstanden Werke "Thüringer Lieder“
und "Krug und Tintenfass", die auch heute noch die
Idylle seiner thüringischen Heimat wiederspiegeln.
Seine lyrischen Werke sind geprägt von einer einfachen Sprache,
verfasst in melodiöse, rhythmische Verse, oft wurden sie von
Musikern vertont. Die meisten populären Lieder finden sich
in studentischen Kommersbücher wieder oder als einfaches Volkslied,
gelöst von ihrem Autor, in aller Munde. Das Lied "Hoch
auf dem gelben Wagen" ist jedem bekannt, aber auch die
Baumbachsche Märchen werden auch noch heute von vielen Kindern
gelesen.
Heute gilt Baumbach als Hausdichter der Meininger Museen, denn
das hiesige Literaturmuseum in seinem einstigen Domizil trägt
seinen Namen. Heute ist im Obergeschoss des Hauses eine ständige
Ausstellung zu sehen, die mit Schriftstellern aus dem Meininger
Land bekannt macht.
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Bibliographie:
1877 Zlatorog (Versepos)
1878 Trug-Gold (Versepos)
1878 Lieder eines fahrenden Gesellen (Liedersammlung)
1878 Horand und Hilde (Versepos)
1879 Der Wagen rollt (Gedicht, 1922 unter dem Titel "Hoch
auf dem gelben Wagen" von Heinz Höhne vertont)
1879 Schwört bei dieser blanken Wehre (Lied)
1880 Neue Lieder eines fahrenden Gesellen (Liedersammlung)
1881 Frau Holde (Erzählung)
1881 Sommermärchen (Märchen)
1882 Mein Frühjahr (Gedichte)
1882 Von der Landstraße. (Liedersammlung)
1882 Spielmannslieder (Liedersammlung)
1883 Wanderlieder aus den Alpen (Liedersammlung)
1883 Truggold (Erzählung)
1883 Abenteuer und Schwänke, alten Meistern nacherzählt (Erzählung)
1884 Der Pate des Todes (Erzählung)
1885 Erzählungen und Märchen
1887 Krug und Tintenfaß (Gedicht)
1888 Kaiser Max und seine Jäger (Erzählung)
1889 Es war einmal (Märchen)
1891 Thüringer Lieder (Liedersammlung)
1896 Aus der Jugendzeit
1896 Neue Märchen
1897 Bunte Blätter
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Ehrungen und Auszeichnungen:
Das Meiniger Stadtmuseum ist nach ihm benannt.
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1894 Karl Emil Franzos: Die Geschichte
des Erstlingswerks: Selbstbiographische Aufsätze von Rudolf
Baumbach, Felix Dahn, Georg Ebers, Marie von Ebner-Eschenbach,
Ernst Eckstein, Theodor Fontane, Karl Emil Franzos, Ludwig Fulda,
Paul Heyse, Hans Hopfen, Wilhelm Jensen, Hermann Lingg, Conrad
Ferdinand Meyer, Ossip Schubin, Friedrich Spielhagen, Hermann
Sudermann, Richard Voß, Ernst Wichert, Julius Wolff ; mit den
Jugendbildnissen der Dichter. Leipzig: Titze. Erschien anscheinend
gleichzeitig bei Berlin: Concordia und Stuttgart: Cotta.
1907 Sigmund Freud: "Der Wahn und die Träume in W. Jensens Gradiva".
In: Schriften zur angewandten Seelenkunde, Heft 1. Leipzig,
Wien: Hugo Heller.
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(©
14.02.2006 Autor und Redaktion
Gerd
Gross) (letzte
Änderung 07.08.2008))
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