Literaturgesellschaft
Deutsche Ganghofer-Gesellschaft e.V.

Selbstdarstellung:

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Ludwig Ganghofer in Berchtesgaden wurde am 10. Juli 1955 unter der Ehrenpräsidentschaft Rupprecht von Wittelsbachs, Kronprinz von Bayern, die Deutsche Ganghofer-Gesellschaft gegründet. Gründungsvorsitzender wurde Anton Graßl, der Präsident des Deutschen Jugendherbergswerkes. Mit dem Tod von Peter Ostermayr, dem Begründer der heutigen Bavaria-Filmsutdios und Freund Ganghofers, 1967 war auch das Schicksal der Deutschen Ganghofer-Gesellschaft verbunden. Über zwei Jahrzehnte vergingen, ehe eine Neugründung - diesmal am Geburtsort von Ludwig Ganghofer in Kaufbeuren/Allgäu - erfolgte. Die Neugründung berücksichtigte im Rahmen der Satzung eine erweiterte Aufgabenstellung, die wesentlich gekennzeichnet ist von einer umfassenden "Biographieforschung". Die Gesellschaft will mit ihrer Arbeit dazu beitragen, das in der Literaturkritik vorherrschende Bild des viel gelesenen und häufig verfilmten Autors (verfilmte Romane u.a. Edelweißkönig; Schloß Hubertus; Waldrausch) ­ Ganghofer als Verfasser von Trivialliteratur - zu revidieren.

Ihre lebhaften nationalen und internationalen Aktivitäten umfassen Lesereihen, Theaterinszenierungen, Vorträge, touristische Angebote, Ausstellungen, Publikationen und vieles mehr. Hervorzuheben ist die Kooperation mit dem Ganghofer-Museum im Heimatmuseum Kaufbeuren, welches zwei seiner Räume dem Leben und Werk des Autors widmet.

Am 7. Juli 1855 wird Ludwig Ganghofer in Kaufbeuren im Allgäu geboren. 1878 beginnt Ganghofer sein Studium an der Universität Berlin (Literaturgeschichte und Philosophie). Im gleichen Jahr entwirft er eine "Sozialstaats-Utopie" unter dem Titel Staat der in Jugend Glücklichen. Er fordert darin u.a. Kindererholungsheime, Schulgeldfreiheit und staatliches Erziehungsgeld. 24jährig promoviert Ganghofer an der Universität Leipzig mit einer Studie über den 1494 geborenen französischen Dichter Rabelais. Im Jahr seiner Promotion erscheint Ganghofers erster Gedichtband (Vom Stamme Asra); 1880 wird am Münchner Gärtnerplatztheater sein erstes Volksstück (Der Herrgottschnitzer von Ammergau) aufgeführt. Ab 1881 lebt Ganghofer in Wien, wo er 1885 Teile der Johann-Strauß-Operette "Der Zigeunerbaron" verfasst. 1889 ist er Mitbegründer des Deutschen Volkstheaters in Wien. Im gleichen Jahr gibt Ludwig Ganghofer zusammen mit Vincenz Chiavacci die literarische Hinterlassenschaft von Johann Nepomuk Nestroy als Gesammelte Werke heraus. Im Auftrag des österreichischen Journalisten- und Schriftstellerverbandes "Concordia" hält Ganghofer die Grabrede für den am 19. Dezember 1889 verstorbenen Ludwig Anzengruber. Er arbeitet in Wien als Dramaturg und Feuilletonredakteur und widmet sich seiner literarischen Produktion. Es entstehen Romane, Erzählungen und Bühnenstücke, die zumeist vorabgedruckt in auflagenstarken Familienblättern erscheinen und damit ein breites Lesepublikum erreichen.

1894 läßt sich Ganghofer in München nieder. Er lernt Thomas und Heinrich Mann kennen, freundet sich mit Hugo v. Hofmannsthal und Ludwig Thoma an. 1909 unterzeichnet der 54-jährige Ganghofer zusammen mit Frank Wedekind, Heinrich Mann und anderen den Demokratisierungsaufruf "Für die preußische Wahlreform". 1911 schließt er sich den Protesten gegen die Zensur von Wedekinds "Lulu" an. Nach dem Kriegsausbruch 1914 meldet sich Ganghofer als Kriegsberichterstatter. Er verfasst Kriegslyrik und Berichte (u.a. Reise zur deutschen Front), die hoher Auflage publiziert werden. Wenige Wochen vor seinem Tode assistiert Ganghofer Peter Ostermayr und Franz Osten in den heutigen Bavaria-Filmstudios bei München. Am 24. Juli 1920 stirbt Ludwig Ganghofer in Tegernsee; am 28. Juli 1920 findet (im heutigen Rottach-Egern) die Beisetzung statt.

Geschäftsstelle:

Deutsche Ganghofer-Gesellschaft e.V.
Königsberger Str. 10
D- 87600 Kaufbeuren/Allgäu

Tel: (08341) 1 80 33 oder 9 47 65 Fax: (08341) 7 40 42
E-Mail: Ilgenfritz-Kaufbeuren@t-online.de

Präsident: Diplom-Finanzwirt Karl Ilgenfritz
Geschäftsführer: Herbert Immerz
Internetadresse: http://www.alg.de/mitglied/a-zmitgl/g-mitgli/deutscheganghofe.html
Land: Deutschland

(Quelle: Deutsche Ganghofer-Gesellschaft e.V.)
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