Sachwörterbuch der Deutschen Literaturwissenschaft
Absurdes Theater bzw. Theater des Absurden

Bezeichnung für Dramen, in denen die menschliche Existenz als absurd dargestellt wird. Um das Darstellungsziel zu erreichen, werden neue antiillusionistische Ausdrucksformen erprobt. Eine fortschreitende, psychologisch motivierte Handlung findet nicht statt, die Figuren machen keine Entwicklung durch und erscheinen als Automaten oder Marionetten; die Sprache wird bis zum Verstummen reduziert und hat, Aus-druck für die Entfremdung des Menschen und die Sinnleere der Existenz, ihre kommunikative Funktion verloren.

Das absurde Theater ist v. a. ein Phänomen der frz. Dramatik der 50er-Jahre des 20.Jh.s (u. a. Eugène Ionesco, Samuel Beckett, Arthur Adamoz Fernando Arrabal, Boris Vian), hat aber eine längere Vorgeschichte, die mit Alfred Jarrys Uhu Roi (1896) beginnt und im Dadaismus und in experimentellen Theaterstücken der 20er-Jahre (Jean Cocteau, Yvan Goll) fortgesetzt wird. Wichtigster dt. Autor des absurden Theaters ist Wolfgang Hildesheimer.


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