Dramentheorie
- Bauform
Lyrisches Drama
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ist
ein Dramentyp für unterschiedliche Dramenformen, in dem
lyrischen Elemente stark hervortreten und der durch Kürze (oft
Einakter), Handlungs- und Figurenarmut gekennzeichnet ist. Ein
dem lyrischen
Ich vergleichbarer Held und seine innere Welt stehen
im thematischen Zentrum, während die dramatische Konstellation
nur illustrative, gelegentlich (z. B. H.
von Hofmannsthal) auch kritische Funktion besitzt.
Explikation:
Unterarten des lyrischen Dramas wie drama statique, Mono-
und Duodrama sind Extremformen des Typus.
Das Monodrama ist Ein-Personen-Stück;
stammt begrifflich aus der Literaturtheorie des 18. Jh.s und
bezeichnet eine eine literarische Modeerscheinung: einen von
Instrumentalmusik untermalten heroisch-sentimentalen oder lyrischen
Monolog einer (meist weiblichen) Gestalt. Das Monodrama wurde
von J.J. Rousseau geschaffen ("Pygmalion", 1762) und
v.a. nach dem erfolgreichen deutschen M. von J.CH. Brandes,
"Ariadneund Naxos", 1772, auch von Herder,
Goethe
("Proserpina", 1778) u.a. gepflegt. Unter modernen
Ein-Personenstück sind zu nennen: "Ostpolzug",
1956 von A. Bronnen; "Geliebte Stimme", 1930 von J.
Cocteau; "Krapps letztes Band", 1959 von S. Beckett;
"Der Herr Karl", 1962 von H. Qualtinger; "Wunschkonzert",
1972 von F.X. Kroetz.
Das Duodrama ist äquivalent zum
Monodrama aufgebaut und unterscheidet sich aber im wesentlichen
durch zwei redende und handelnde Personen (z.B. von Goué,
"Der Einsiedler"; "Dido", 1771;
z. B. H.
von Hofmannsthal "Der Tor und der Tod",
1899).
Historie:
Der Begriff Lyrisches Drama, der im 18. Jh. aufkommt, bezeichnete
ursprünglich die Textvorlage musikalischer Formen wie Oper,
Singspiel, Kantate, Oratorium. Er subsumiert historisch recht
disparate Phänomene wie die mit Instrumentalmusik untermalten
Mono- und Duodramen des 18. Jh.s (z.B. J.J. Rouseau "Pygmalion",
1762; Goethe,
"Proserpina", 1778; Schiller
"Semele", 1782), die lyrisch-dramatische Dichtung
des Symbolismus
(z.B. Maeterlink "Princess Maleine, 1889; "Les Aveugles",
1890; "L'Intruce", 1890; Hofmannsthal
"Der Toddes Tizian", 1892; "Der Tod und der Tod",
1893; Das kleine Welttheaater, 1897, "Das Bergwerk zu Falun",
1899 und die lyrisch-ekstatischen Dramen des Expressionismus
(u.a. von O. Kokoschka, H. Walden, A. Stramm, A. Mombert, A.
Wolfenstein).
Das Lyrische Drama der Moderne
schert aus der Gattungstradition
aus, wie sich an der Zusammensetzung des Kanons literarische
Vorbilder zeigt, an dem es sich formal orientiert: er reicht
vom Proverbe dramatique des 17. Jh.s über die europäische
Romantik,
die japanischen Nô-Spiele bis hin zur Moderne
selbst (Strindberg), enthält aber das eigentliche Gattungsvorbild
des 18. Jh.s nicht. In engem Zusammenhang mit anderen, ebenfalls
spezifisch modernen Spielarten der dramatischen Gattung (etwa
dem epischen-
und absurden
Theater) erweist es sich als Beitrag zu einer umfassenden
Revision der dramatischen Form, die mit der Einsicht in die
Unwiederholbarkeit des klassischen Dramas in der Moderne
notwendig geworden ist (vgl. u.a. T.S. Eliot, Ch. Fry, W.B.
Yeats).
(Quelle: Metzler--Literatur-Lexikon: Begriffe
und Definitionen; hrsg. von Günther u. Irmgard Schweikle,
[Mitarb. Irmgard Ackermann ...]. - 2. überarbeitete Auflage,
Stuttgart: Metzler 1990; ISBN 3-476-00668-9; S. 288-289, 114,
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(©
21.04.2007 Autor und Redaktion
Gerd
Gross) (letzte
Änderung 13.05.2007)
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