Literturgattung - Didaktik
Gnomische Form - Kurzform

Maxime
Maxime (von lat. maximus, das Größte): ist ein Leitsatz, eine Leit- oder auch Lebensregel und bedeutet oberster Grundsatz. Es ist eine aphoristische Form des Sprunghaften Sprechens.

Explikation:

Zunächst in der Logik, von Boethius ausgehend, die obersten Grundsätze , die weder beweispflichtig noch beweisbar sind und von denen andere Sätze hergeleitet werden können, dann bereits im lateinischen Mittelalter die Lebensregel. Auf ihnen wird das persönliche Handeln und Denken aufgebaut. Größere Verbreitung hat der Begriff gefunden durch Immanuel Kants kategorischen Imperativ:

"Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie allgemeines Gesetz werde."

(Grundlegung der Metaphysik der Sitten) oder, in einer anderen Fassung:

"Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."
(Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, § 7)

Maxime ist hier als subjektiver Grundsatz zu verstehen; der kategorische Imperativ verlangt die strikte Verallgemeinerbarkeit. In der französische Moralistik etwa bei La Rochefoucauld, ("Réflexions ou sentences et Maximes morales, 1665) gelangte die Maxime zu einer hohen Form der philosophischen Aussage. In Deutschland wurde durch Goethe ("Maximen und Reflexionen", postum 1840) das Maxime hoffähig.

Historie:

Als literarische Kunstform zuerst bei La Rochefoucauld 1665 und Vauvernagues 1746, dann bei Goethe seit 1809 und A. Schopenhauer 1851. I. Kant verwendet in seiner Ethik Maxime im Sinne von subjektiv-praktischen Grundsatz im Gegensatz zum Imperativ dem objektiven Grundsatz.


Sekundärliteratur



Brose, Karl Berliner Aphorismen 2003

Dohm, Hedwig: Hedwig Dohm - ausgewählte Texte. - 1. Aufl. 2006

Edeh, Yawovi Emmanuel: Elemente einer pragmatischen Anthropologie 2003

Elzenberg, Henryk J.: Kummer mit dem Sein. - 1. Aufl. 2004

Kafka, Franz: Die Zürauer Aphorismen. - 1. Aufl. 2006

Kamburg, Petra [Hrsg.]: Gedankenflug. - 1. Aufl. 2005

Nodier, Charles: Notions élémentaires de linguistique ou histoire abrégée de la parole et de l'écriture 2005

Vajas, Dionissios: Begleitbuch zum Militärdienst. - Dt. Erstausg. 2005

Weiser, Jutta: Vertextungsstrategien im Zeichen des "désordre" 2004

{(Quelle: )}

(© 28.04.01.2007 Autor und Redaktion Gerd Gross) (letzte Änderung 28..04.2007)
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