Gnomische
Form - Kurzform
Apophthegma
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benannt
nach Platons Apophthegmata [griechisch = prägnannte Aussage],
gewandt formulierter Ausspruch. Im Gegensatz zur Gnome (lateinisch
sententia) wird das Aphothegma der Anekdote
vergleichbar, durch Angaben über die Situation und die
beteiligte(n) Person(en) eingeleitet. Apophthegmata bilden sich
hauptsächlich um bekannte Persönlichkeiten, so sind
im Griechischen Apophthegmata von den Sieben Weisen, Sokrates,
Alexander der Große u.a. überliefert, im Lateinischen
(hier auch dictum genannt) von Cicero, Augustus u.a. - Sammlungen
von Apophthegmata - alphabetisch, sachlich oder zeitlich geordnet,
teils gleichen Inhalts - sind zahlreich erhalten.
Explikation:
Apophthegma ist ein situationsgebundener pointierter Denk- und
Sinnspruch in Prosaform, "geflügeltes Wort".
Zu seinen charakteristischen Merkmalen gehören Kürze, Zweiteiligkeit
(Situationsbezug/Anlass - sentenziöse Aussage) und Nennung eines
Sprechers:
"Als Archelaos von einem schwatzhaften Friseur gefragt
wurde, wie er ihm die Haare schneiden solle, antwortete Archelaos:
"Schweigend"." (Plutarch)
Als besonders wertvoll gelten: die als Bestandteile von Plutarchs
Werk überlieferten "Apophthegmata regumet imperatorum"
und "Apopththegmata Laconica", das "Gnomolgium
Vaticanum" sowie das "Apophthegmata patrum" eine
im 5. Jh. aus älteren Vorlagen zusammengestellte Sammlung
von asketischen Lehrsprüchen ägyptischer Mönche.
(Auch die "Logia Jesu" erschlossene Vorstufe des Matth.-
und Luk. Evangeliums, sind zu den Apophthegmata zu rechnen).
Funktion:
Inhaltlich geht es vorwiegend um Fragen der Ethik, der Verhaltenslehre,
der praktischen Lebensklugheit. Abgrenzungen zu anderen Kurzformen
wie Anekdote oder Witz bereiten im Einzelall Schwierigkeiten.
Historie:
Besonders in der griechischen Antike seit dem 2. Jh. n. Chr.,
erlebte es in den Formen des anekdotischen Erzählens eine besondere
Blüte. Die spätantiken und frühchristlichen Vorbilder (Plutarch,
"Apophthegmata Patrum") wurden in der frühen Neuzeit
rezipiert (Erasmus v. Rotterdam, Francis Bacon u. a.). Die deutsche
Tradition, die im wesentlichen nicht über das 17.Jh. hinausführt,
begründeten Julius Wilhelm Zincgref ("Der Teutschen Scharpfsinnige
kluge Sprüch", 1626; erweiterte Ausgaben 1628-31 u. ö.)
und Georg Philipp Harsdörffer ("Ars Apophthegmatica",
1655 - 56) u.a..
Aus dem Apophthegma ging der erweiterte Aphorismus hervor, der
weder nur gelehrig, noch nur ästhetisch oder moralisch, weder
bloß religiös oder politisch versucht das ureigene Universum
zu begreifen.
Beispiel:
"Der wahre Mönch hat unaufhörlich Gebet und Psalmengesang
im Herzen“
(Apophthegma 198).
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Auer, Annemarie: Die kritischen Wälder 1974
Aullón de Haro, Pedro: Teoría del ensayo 1992
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Fischer, Ludwig [Hrsg.]: Gebrauchsliteratur 1976
Fricke, Harald: Aphorismus 1984
Lubimova-Bekman, Lada: Rezeption von Aphorismen 2001
Neumann, Gerhard [Hrsg.]: Der Aphorismus 1976
Volk, Ulrich: Der poetologische Diskurs der Gegenwart 2003
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{(Quelle: )}
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(©
01.01.2007 Autor und Redaktion
Gerd
Gross) (letzte
Änderung 01.01.2007)
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